Sonderausstellungen

Das Team des Kunsthauses bereitet pro Jahr jeweils ca. 3 Wechselausstellungen für Sie vor. Derzeit können wir Ihnen folgende spannende Informationen zu den geplanten Ausstellungen offerieren:

>>> Monstera Monkey Mask, Holzschnitte, Zeichnungen, Skulpturen und Tagebücher der Künstlerin Katrin Magens

Monstera Monkey Mask - eine Urwaldpflanze aus Papua Neu-Guinea ist Namensgeberin der neuen Sonderausstellung, die seit dem 09. Oktober 2020 im Kunsthaus Salzwedel zu sehen ist. Die Geschichte dieser Pflanze, zu Deutsch "Affenmaske", gehört zu den vielen ungewöhnlichen Inspirationsquellen von Katrin Magens. Die Künstlerin spielt mit den unterschiedlichen, sich überlagernden Wirklichkeitsebenen der Erzählung und verknüpft sie mit eigenen Erlebnissen ihrer Reisen: "...das interessiert mich, die Überlagerung der Ebenen beim Holzschnitt. Das ist für mich wie die Überlagerung der Erlebnis- und Erfahrungsebenen, die wir im täglichen Leben haben." (Katrin Magens, 2020) In der Ausstellung begegnet der Betrachter den stark konturierten Holzschnitten der Bildgruppe "Monstera Monkey Mask". Gleichzeitig gewährt die Kunsthaus-Ausstellung Einblick in die Arbeiten der Künstlerin aus den letzten 30 Jahren. In dieser "kleinen Retrospektive" nehmen ihre in diesem Umfang erstmalig gezeigten Tagebücher einen großen Raum ein. Seit 1996 führt sie KalenderKunstBücher, füllt sie mit "Auf"-Zeichnungen, Collagen und kleinformatigen Malereien: Ein ungeheurer künstlerischer Fundus, phantasievolle Vorgaben für ihre großformatigen Holzschnitte, installativen Skulpturen und Zeichnungen. Ausgangspunkt, und der Beginn für die permanente Auseinandersetzung mit Zeit und Ereignissen, ist der "Speicher", ein Eisenhaus, in dem 365 geschnürte "Tagesbündel" hängen. Die meisten ihrer Arbeiten entstehen vor allem auf ihrer Handpresse im Atelier in Dannenberg, aber auch bei Aufenthalten in Venedig (Scuola Internazionale di Grafica und dem Atelier Aperto im Palazzo Minelli), in der Grafikwerkstatt in Dresden (Algrafien) oder der Floodwater Residency von Mark Dion in der Seegeniederung von Gartow. Dort entstanden auch die ersten Vorarbeiten (Tuschezeichnungen) zu ihrem Holzschnitt-Bilderbuch "Eva".

Katrin Magens geboren 1954 in Lüneburg, aufgewachsen in Dannenberg an der Elbe. Von 1973 bis 1977 Studium an der Fachhochschule für Kommunikations- und Produktgestaltung in Hannover, Diplom im Bereich Grafikdesign. Sie arbeitete als freiberufliche Grafikerin für den Velber Verlag u.a., sowie als Dozentin in Schulen und Sommerakademien. Von 1994 bis 2004 freiberufliche Mitarbeiterin an der Hamburger Kunsthalle. Ihre künstlerische Ausstellungstätigkeit begann 1998. Seit 2004 ist Katrin Magens Mitglied im Bund Bildender Künstler und betreibt seitdem ihre Werkstatt/Galerie Hinterhaus in Dannenberg. Studienreisen und -aufenthalte führten sie nach Neuseeland und Papua Neuguinea, Venedig, ins Schloss Plüchow, Mecklenburg; Teilnahme an Messen (Leipzig, Hamburg) und Symposien.

Achtung: Wir haben den Zeitraum der Ausstellung verlängert vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021. Die Ausstellung ist täglich von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 14:00 - 17:00 Uhr im Kunsthaus Salzwedel zu sehen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 4,00 € und ermäßigt 3,00 €. Für Kinder bis 14 Jahre ist der Eintritt frei.

>>> Fotografien von Jan Vogtschmidt, 23.07. - 19.09.2021

Die Ergebnisse jahrelangen Schaffens türmen sich in Schachteln und Kartons, in Papierschränken und Schubladen. Der seit 2018 in Salzwedel lebende Fotograf Jan Vogtschmidt schaut auf ein bewegtes Leben in Paris, New York und Berlin zurück. Die unbändige Lust am fotografischen Experiment, die Fülle seiner Arbeit, das Spektrum und die Qualität seiner Fotos waren für das Kunsthausteam Anstoss für die Ausstellung.

Jan Vogtschmidt wurde 1968 im Landkreis Osnabrück geboren. Nach seiner Fotoausbildung arbeitete er als junger Assistent mit Fotografen aus aller Welt zusammen. Es entstanden Kataloge, Anzeigen und redaktionelle Modestrecken. Nebenbei ergaben sich für ihn spannende Begegnungen: "Helmut Newton chauffiert, z.B. Vivienne Westwood, Helena Christensen und auch Stella Tennant getroffen. Mit Anna Dello Russo (Moderedakteurin ital. Vogue) im riesigen Locationvan durch die schmalsten Straßen von Paris gefahren, im Rückwärtsgang. Der Fahrer war ich." lässt er diese Zeit Revue passieren. Das Lebensgefühl dieser Zeit wird auf seinen unzähligen Polaroids von damals spürbar. Jan Vogtschmidt profitierte von der Zusammenarbeit mit den großen Namen seiner Zunft und schöpfte systematisch das chemisch-technische Potenzial der Analogfotografie aus. Im Dunkel des Labors verfeinerte er die Bildmotive und steigerte deren Wirkung. "Plus vrai que nature, realer als die Natur!" Er überschritt die Kategorien der Motive und die Grenzen zur Kunst. Es entstanden eindringliche Portraits, Modefotografien, Stillleben bis hin zu übergroßen naturkundlichen Bildideen. "Pilzliebhaber bin ich sowieso. Ich liege im Wald auf der Lauer. Eingegraben in den Boden, mit der schweren Kamera und fotografiere Pilze. Das Abenteuer des Vertrauten. Sich zu fragen, wo sich eigentlich der Fotograf befindet, fügt der Aufnahme noch Humor hinzu." Doch all diese "modernen" Verfahren traten für Vogtschmidt in den Hintergrund, als er sich dem historischen und aus den Anfängen der Fotografie stammenden nassen Kollodiumverfahren (1851) zuwendet. Er besorgt sich einen Apparat aus poliertem Holz mit einem Balg aus Kaliko, wie eine Ziehharmonika gefaltet. Die mit den damaligen Petzvalobjektiven erzeugten Kollodium-Fotografien sind außergewöhnlich scharf und hochauflösend. Gleichzeitig haben die Bilder die unvermeidbaren Fehler und Artefakte des Handgemachten und eine "Aura", die man sonst nur von sehr alten Fotografien kennt. Durch die Art und Weise der Aufnahme und durch den hohen Kontrast vom Kollodium entstehen sehr expressive Porträts. Besucher der Ausstellung haben an ausgewählten Terminen die Möglichkeit, sich im Kunsthaus Salzwedel auf diese außergewöhnliche Art von Jan Vogtschmidt ablichten zu lassen.

Die Ausstellung ist vom 23.07. bis 19.09.2021 im Kunsthaus Salzwedel täglich, außer montags von 14 - 17 Uhr zu sehen. Am Wochenende 31.07./01.08. und 10./11.09. ist Jan Vogtschmidt während der Öffnungszeiten im Kunsthaus und bietet Portraitaufnahmen in der Nasskolodiumtechnik an. Termine und Preise bitte unter info@kunsthaus-salzwedel.com erfragen.

Die Ausstellung ist täglich von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 14:00 - 17:00 Uhr im Kunsthaus Salzwedel zu sehen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 4,00 € und ermäßigt 3,00 €. Für Kinder bis 14 Jahre ist der Eintritt frei.

>>> Kunst in der Altmark. Anders sehen, Ein Aussstellungsprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal im Kunsthaus Salzwedel [ 01.10.2021 – 09.01.2022 ] und im Anschluss in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Berlin

Jenseits der Metropolen hat sich in der Altmark im nördlichen Sachsen-Anhalt eine lebendige Kunstszene mit ganz unterschiedlichen Stilrichtungen entwickelt, und mit dem Kunsthof Dahrenstedt, der Künstlerstadt Kalbe, dem Kunsthaus Salzwedel sowie dem Kunstfestival Wagen & Winnen finden sich gleich vier Initiativen, die weit über die Region hinaus bekannt sind. Ausgangspunkt für die Ausstellung "Kunst in der Altmark. Anders Sehen" ist ein zweijähriges Forschungsprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal. Seit Frühjahr 2018 wurden Künstlerinnen und Künstler, die in der Altmark leben und arbeiten, zu ihren Wegen in die Kunst und ihrem Kunstverständnis interviewt. Parallel dazu fanden Werkrecherchen statt und wurden Foto- und Videoaufnahmen erstellt. In den Ausstellungsräumen des Kunsthaus Salzwedel und darin präsentierten 17 bildende Künstlerinnen und Künstler werden zwei Perspektiven miteinander verwoben, um den gewählten Untertitel "Anders Sehen" umzusetzen. Neue Blickrichtungen zu eröffnen, und mit Sehgewohnheiten zu brechen, ist der Kunst immanent und ist Motiv künstlerischer Praxis - die in der Ausstellung ausgestellten Werke transportieren diesen Anspruch. Es geht aber auch darum, einen Blick "hinter die Werke" zu nehmen und die Künstlerinnen und Künstler "anders zu sehen" und ihnen auch "nahe" zu kommen. Durch die Ausstellung hindurch ziehen sich - als aufbereitete Präsentationen aus dem Interviewprojekt - textuelle, akustische und visualisierte Collagen und Installationen sowie in 3D realisierte virtuelle Atelierbesuche, um Einsichten in den Kunstbetrieb zu ermöglichen und den künstlerischen Schaffensprozess erfahrbar zu machen. Das zur Ausstellung konzipierte Begleitbuch "Kunst in der Altmark . Anders Sehen - 17 Künstlerinnen und Künstler im Gespräch" ist im April erschienen. Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Peter Adler
Michael Braune
Anne Buch
Angelika Flaig
Helga Geissler
Heinrich Herbrügger
Hejo Heussen
Paul Hoffmann
Corinna Köbele
Rüdiger Laleike
Marlen Liebau
Hans Molzberger
Bettina Müller
Rieke Schmieder
Monika Thoms
Carl Vetter
Benno Zöllner

Der Link zur Ausstellungswebseite der Hochschule Magdeburg-Stendal:

https://ausstellung-kunst-in-der-altmark-anders-sehen.h2.de/

 

 

Öffnungszeiten

Ausstellungen:
ab 11. Juni
Di-So, 14-17 Uhr

Büro:
Mo-Fr, 10-12 Uhr